Interview mit Tobias zum Thema Sicherheit von Heimautomatisierungslösungen.
20:15
HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)

Smart Living

Wie clever ist die Zukunft?

Film von Tim Förderer

Erstausstrahlung

Wir leben in einer smarten Welt. Intelligente Geräte sollen uns im Alltag aktiv unterstützen: zu Hause, unterwegs, im Auto. Schleichend übernehmen Geräte das Regiment. Ist das wirklich schlau?

Stimmt es, dass man in ein Smart Home einbrechen kann, ohne Spuren zu hinterlassen? Dass Hacker sich in die Netzwerke im Auto oder Flugzeug einklinken und diese manipulieren können? Welche Gefahren drohen aus dieser neuen, smarten Welt?

Ein Smart Home der neuesten Generation: Die Heizung lässt sich aus der Ferne bedienen oder schaltet automatisch ab, wenn der letzte Bewohner das Haus verlässt. Das Smart Home erkennt, wer das Haus betritt, stellt die Lichtverhältnisse um, schaltet die Lieblingsmusik ein. Eine Art digitaler Butler. Sensoren überwachen Temperaturen außen und innen, regulieren individuelle Wohlfühltemperaturen für verschiedene Zonen im Haus – sogar die Wettervorhersage wird einbezogen. Der Nachteil: Alle Geräte kommunizieren miteinander, und zwar ungefiltert. Das heißt, wer einen Weg findet, sich in diese Datenautobahn einzuklinken, kann die “Gespräche” verfolgen und irgendwann “mitreden”.

Funkschlösser beispielsweise gaukeln Sicherheit durch biometrische Verschluss-Systeme vor. Daumenabdruck oder Gesichtsphysiognomie sind tatsächlich einzigartig. Aber Kamera und Co. müssen die Daten erst einmal an den Verschließmechanismus schicken. Fällt der Strom aus, funktioniert nichts mehr. Und: Wer sich in diese Kommunikation einhackt, kann einbrechen, ohne Spuren zu hinterlassen. Der Nachweis liegt beim Geschädigten. Die Dokumentation “Smart Living” macht den Selbstversuch und dringt in ein Smart Home ein.

Auch in einem modernen Auto gibt es kaum noch einen Vorgang, der nicht elektronisch geregelt wird: Lenken, Beschleunigen, Bremsen. Aber auch Fensterheber, Außenspiegel etc. sind elektrisch. Diese Netzwerke kann man angreifen – und zwar heute schon, nicht erst beim vollautonomen Fahren. Ebenso im Flugzeug: Eine Menge Daten gehen zwischen Flugzeug, Satelliten und Tower hin und her. Angeblich gibt es Angriffspunkte, die über das bordeigene Entertainment-System diese Kommunikation stören und so das Flugverhalten manipulieren können. Auch hier prüft der Film, ob das möglich ist.

Die vernetze Welt ist die Zukunft. Wie bei jeder technischen Innovation gibt es Vorreiter, die bereit sind, Neues auszuprobieren. Aber Hersteller und Dienstleister sollten aufhören, den Kunden zum Tester zu machen und gerade in Sachen Sicherheit mehr Verantwortung übernehmen.

Redaktionshinweis: In 3sat steht der Donnerstagabend im Zeichen der Wissenschaft: Um jeweils 20.15 Uhr beleuchtet eine Dokumentation relevante Fragen aus Natur- und Geisteswissenschaften, Kultur und Technik. Im Anschluss, um 21.00 Uhr, diskutiert Gert Scobel mit seinen Gästen unter anderem über gesellschaftliche und ethisch-moralische Aspekte des Themas.

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